Viele Informationen zu den Anstriebsformen der Zukunft

Im evangelischen Bildungswerk in Bad Segeberg fand am Montag, 2. März die zweite Veranstaltung aus der Reihe „Klimaschutz Konkret! Handlungsmöglichkeiten für den Alltag“ statt. Vor 60 Teilnehmern hielt Innovationsberater Ingo Buck von Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH einen Vortrag mit dem Titel „Ein Blick über den Tellerrand: Verbrenner, E-Antriebe, Wasserstoff, synthetische Kraftstoffe. Welches sind die Antriebsformen der Zukunft?“. Zweiter Referent war Heiko Birnbaum, Klimaschutzmanager des Kreises Segeberg.

Folgende Punkte führte Buck in seiner Ansprache aus:

• Sowohl Verbrennungsmotoren als auch Elektrofahrzeuge verursachen Umweltbelastungen. Was schwerer wiegt ist jedem selbst überlassen.

• Kobaltgewinnung für Batterien in kleinen illegalen Minen im Kongo u.a. durch Kinder gibt es. Dieses Kobalt wird jedoch nicht in der Autoindustrie verwendet. Große Hersteller nutzen nur zertifiziertes Kobalt.

• Wasserverbrauch bei der Lithiumgewinnung ist ein Problem. Lokale Bauer sind durch Absenkung des Grundwasserpegels gefährdet. Allerdings werden nur 15% des so gewonnenen Lithiums in der Autoindustrie verwendet. Alles andere fließt in Akkus für Laptop, Handy usw.

• Unter Berücksichtigung des heutigen Strom-Mixes, welcher zum Laden von E-Autos genutzt wird (42% aus Erneuerbaren Energien, 58% aus Kohle und Kernkraft) stößt ein E-Auto 44% weniger CO2 aus als ein vergleichbares Dieselfahrzeug. Bei dieser Berechnung ist auch die Vorfertigungskette wie Herstellung des Autos und des Akkus berücksichtigt.

• Bei einer Nutzungsdauer von 150.000km stößt ein E-Auto in Summe 16.650 kg CO2 aus (maßgeblich durch Produktion und Herstellung des Akkus), ein Dieselfahrzeug 29.925kg. Wenn das E-Auto mit 100% Erneuerbaren Strom betankt wird ist der Klimavorteil des E-Autos nochmals um einiges höher.

• 80% der Rohstoffe in abgelaufenen Batterien können recycelt werden. In der Regel hält die Lebensdauer der Akkus mehrere 100.000er Kilometer. Erste Teslafahrzeuge haben mit nur einer einzigen Batterie über 600.000km zurückgelegt.

• Mit Wasserstoff (H2) oder mit E-Fuels (Synthetische Kraftstoffe) betriebene Autos haben einen sehr viel schlechteren Wirkungsgrad als E-Autos. Der Energieaufwand für die Herstellung des Wasserstoffes oder des Synthetischen Kraftstoffes (E-Fuel) ist extrem hoch. Somit sind die Kraftstoffe in der Herstellung extrem teuer.

• Bei einem Primärenergieeinsatz von rund 15kW Strom kann ein E-Auto ca. 100 km weit fahren. Ein Brennstoffzellenfahrzeug nur 48km und ein Fahrzeug mit Synthetischen Kraftstoffen nur 15 km! Die sehr teuren Kraftstoffe Wasserstoff und E-Fuels sollte nur für LKW, Flugzeuge, Schiffe etc. Verwendung finden, da es hier nahezu unmöglich ist mit Batterietechnologie die Fahrzeuge zu betreiben.

Als zweiter Redner trat der Klimaschutzmanager des Kreis Segeberg, Heiko Birnbaum, zum Thema „Radverkehrskonzept Kreis Segeberg“ auf. Birnbaum erläuterte das der Kreis Segeberg ein Radwegkonzept erarbeitet hat. Aktuell wird ein Radwege-Ingenieur gesucht, der die Kreisverwaltung unterstützt. Der Kreis Segeberg hat einen Fördertopf von zwei Millionen Euro eingerichtet um Kommunen bei der Instandsetzung/Neubau von Radwegen unterstützt.

Weitere Veranstaltungen zum Thema:

Am 20. April geht es ganz praktisch um „Energiesparen im Alltag“ und am 11. Mai ist das Thema die Macht der Konsumenten und die „Abstimmung an der Ladentheke“.

Stefan Reisig


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